Interner Link
4 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 28. August 2026
Intern Link verweist von einer Seite auf einer Domain auf eine andere Seite derselben Domain. Das ist schon die ganze Definition – ein Link in der Navigation ist ein interner Link, genauso wie einer in einem Absatz, im Footer oder in einer Box für ähnliche Beiträge.
Interne Links sind der einzige Ranking-Faktor, den Website-Betreiber komplett selbst kontrollieren, und sie sind das Mittel, mit dem Suchmaschinen alles, was eine Website veröffentlicht, entdecken, gewichten und einordnen.
Was zählt und was nicht
Jeder Link, dessen Ziel sich auf derselben Domain befindet, zählt: das Menü, die Fußzeile, Semmelbrösel, ein Ähnliche-Beiträge-Block, ein Link mitten im Satz, ein Logo, das zur Startseite führt, ein Bild mit Link, ein Button. All das teilt den Linkjuice auf, den die Seite weitergibt.
Was nicht zählt: Links zu einer anderen Domain — die sind externe Links — Links, die nur per JavaScript ausgelöst werden und keinen Link zu folgen, und alles, was hinter einem Login liegt. Ein Crawler kann nur dem folgen, was als echter Anker mit einer echten Adresse im HTML steht. Eine Website, deren Navigation ein JavaScript-Menü ohne Fallback ist, hat aus Sicht eines Crawlers fast gar keine internen Links.
Die drei Jobs, die sie machen
- Entdeckung. Ein Crawler kommt auf der Startseite an und folgt Links. Wenn nichts auf eine Seite verweist, gibt es keinen Weg dorthin — und Klicktiefe entscheidet, wie oft die erreichbaren erneut besucht werden.
- Vertrieb. Welche Autorität eine Domain hat, fließt durch ihre internen Links. Genau das meinen die Leute mit Link Equity.
- Klassifizierung. Die Wörter im Link und der Satz darum herum sagen einer Suchmaschine, worum es bei dem Ziel geht. Zwanzig Seiten, die mit ähnlichen Formulierungen auf eine Seite verweisen, sind ein starkes, klares Signal.
Die ersten zwei sind mechanisch. Bei dem dritten zeigt sich das Handwerk, und es nennt sich Ankertext.
Strukturell versus inhaltlich
Der Unterschied, auf den es ankommt, ist nicht Wo ein Link sitzt, aber ob ein Mensch das entschieden hat. Navigationslinks haben eine Strukturfunktion: Jede Seite bekommt sie, deshalb sagen sie sehr wenig über eine einzelne Seite aus. Ein Link innerhalb eines Satzes ist redaktionell — irgendjemand hat entschieden, dass dieser Textabschnitt ein guter Grund ist, einen Leser zu dieser Seite zu schicken. Suchmaschinen gewichten die zweite Art viel stärker, und Leser tun das auch.
Genau deshalb ist ein langer Artikel mit einem vollständigen Menü, einem vollständigen Footer und keinem einzigen Link im Fließtext im Web der Normalfall und gleichzeitig das Häufigste, das man verbessern kann.
Der Fehler, den fast jede Website macht
Fast alle verlinken immer nur vorwärts und nie rückwärts. Ein neuer Beitrag verlinkt auf zwei ältere, und das war's.
Die Richtung stimmt nicht. Eine ältere Seite, die immer noch Traffic kriegt, hat etwas, das eine neue Seite nicht hat: Sie ist schon seit Jahren im Index, hat alle Backlinks behalten, die sie im Laufe der Zeit gesammelt hat, und wird regelmäßig gecrawlt. Ein Link von dort ist mehr wert als ein Link von dem Beitrag, der gestern veröffentlicht wurde.
Der wertvolle Schritt ist also der, den niemand macht — ins Archiv gehen und verlinken weiterleiten, von den alten Seiten zur neuen. Das passiert einfach nicht, weil man dafür Dutzende Beiträge öffnen und jeden einzelnen durchsuchen müsste – genau die Art von Arbeit, die man immer wieder aufschiebt.
Wie viele und wo auf der Seite
Es gibt kein festes Limit. Der alte Ratschlag “nicht mehr als 100 Links pro Seite” kam von einer Crawler-Größenbeschränkung, die schon vor vielen Jahren weggefallen ist.
Was bleibt, ist Arithmetik: Was auch immer eine Seite weitergibt, teilt sich auf ihre ausgehenden Links auf, also transportieren zwanzig mehr Gewicht als zweihundert. Die Frage lautet daher nicht “was ist das Maximum”, sondern “tut jeder von diesen hier etwas”. Eine brauchbare Faustregel für redaktionelle Inhalte ist zwei bis fünf Kontextlinks pro tausend Wörter, zusätzlich zu allem, was die Vorlage ohnehin schon einfügt.
Die Platzierung richtet sich nach dem Leser statt nach dem Algorithmus. Weiter oben im Text schlägt weiter unten, und Fließtext schlägt eine Liste am Ende – ein Link im dritten Absatz wird geklickt, ein Link in einem “Das könnte dir auch gefallen”-Bereich unter dem Seitenumbruch meistens nicht.
Wie du siehst, was du hast
Zwei Checks, von denen keiner lange dauert.
Search Console → Links → Interne Links. Kostenlos, sammelt gerade und sortiert jede URL danach, wie viele interne Links darauf verweisen. Lies es von unten nach oben: Seiten mit ein oder zwei eingehenden Links sind genau die, bei denen die Website Google dezent sagt, dass es sich nicht lohnt.
Ein Crawl. Jeder Crawler, der Inlinks und Outlinks pro URL meldet, zeigt genau dasselbe im Detail – plus die Seiten, die die Search Console nicht anzeigen kann, nämlich solche mit null Inbound-Links, die in keinem Bericht auftauchen, der aus bestehenden Links erstellt wurde.
Vergleiche die beiden Listen mit einer dritten: den Seiten, für die du tatsächlich ranken willst. Wo sich die drei nicht einig sind, liegt deine To-do-Liste – sortiert nach Priorität.
Gehen wir tiefer: Der komplette Guide zum internen Verlinken beschreibt, warum Links Wert haben und wie du entscheidest, welche Seiten ihn verdienen. Die mechanische Hälfte deckt die fünf Arten von Links ab, wohin jede gehört und wie viele zu viele sind.